Zum Buddhismus kam ich, als ich 1988 nach dem Abschluss meines Biologiestudiums nach Asien reiste, um dort im Himalaya zu wandern. Neugierig an meiner Umgebung und offen für das Fremde traf ich Menschen aus Ost und West, deren Herzlichkeit und Lebensfreude mich tief bewegte. Auf meine Frage, wie ich mehr über diese Religion erfahren könnte, riet man mir an einem Meditationskurs teilzunehmen. So fuhr ich nach Bodhgaya, dem Ort im Norden Indiens, wo Buddha seine vollständige Verwirklichung erfahren haben soll. Ein dreiwöchiger Meditationskurs sollte dort bald stattfinden, zu dem Lehrer und Lehrerinnen aus England, Kanada und der Schweiz einreisten. Dort traf ich unter anderem auf Fred von Allmen, mit dem ich auch heute noch eng verbunden bin. Dieses erste Retreat stellte mein gesamtes Leben in Frage. Ich erkannte, wie oberflächlich und unglücklich ich gewesen war.

Bei meiner Rückkehr einige Wochen später wollte ich nur noch diesen Weg weiter gehen, der mir half Klarheit zu bewahren. Ich ging nach England, ins Gaia House und lebte danach auf der Barn, einem Retreatzentrum, verbunden mit Arbeit und Gemeinschaftsleben. Dort lernte ich meinen zweiten mich prägenden Lehrer Stephen Batchelor kennen. Mit ihm durfte ich in den nächsten Jahren, wann immer ich mich in England aufhielt, studieren. Er vermittelte mir den Dharma von Anbeginn schul- und kulturübergreifend und unterstützte mich darin ein kritisches, selbständiges Betrachten der buddhistischen Lehre zu entwickeln.

Fred von Allmen
Stephen Batchelor
Joseph Goldstein
Sharon Salzberg

So verbrachte ich die nächsten Jahre studierend und meditierend entweder in England oder in der Schweiz. 1993 nahm ich das erste Mal am Dreimonatskurs im IMS, USA teil, wo ich Sharon Salzberg, Steve Armstrong und später auch Joseph Goldstein und Carol Wilson kennen lernte. Auch sie wurden wichtige Wegbegleiter bis zum heutigen Tag. Langsam begannen sich die düsteren Wolken der Selbstabwertung, die psychischen Knoten aufzulösen. Mehr Weichheit, innere Wertschätzung und Leichtigkeit machten sich breit. Doch ahnte ich mit dem neu gewonnenen Frieden im Herzen die spirituellen Tiefen, die mir eine weitere Praxis eröffnen könnte.

Anfang 1995 fiel mir ein Buch, Straight from the Heart, vom thailändischen Meditationsmeister Ajahn Maha Boowa in die Hände. Es bewegte mich so tief, dass ich Vertrauen fasste und sein Kloster aufsuchte. Ich wollte in meiner Praxis tiefer gehen und hatte nicht einmal ein Rückflugticket in der Tasche. Im Kloster traf ich auf Ajahn Pannavaddho, der inzwischen verstorben ist. Er ergänzte meine Praxis mit neuen erfrischenden Elementen. Sein radikaler Ansatz half mir, konsequenter nach der Wahrheit des Lebens zu schürfen und tiefer in sie einzudringen.

Steve Armstrong
Ajahn Pannavaddho
Maha Boowa

Ende 1996 ging ich von Thailand nach Burma, zu den Lehrern meiner westlichen Lehrer, Sayadaw U Pandita und Sayadaw U Janaka. Beide waren Schüler von Mahasi Sayadaw, der die Art von Vipassana-Praxis ins Leben rief, die heute an den Meditationszentren Beatenberg, Gaia House, IMS und Spirit Rock gelehrt werden. Es war wunderbar, zu den Wurzeln meiner Praxis zu kommen, die Begeisterung der Bevölkerung zu spüren. Krankheit ließ mich Ende 1997 nach Europa zurückkehren, doch wollte ich die lange Meditationsphase noch nicht beenden. Um das tropische Klima zu vermeiden, ging ich in die USA, und setzte meine Praxis in einer Einsiedelei fort. Allein auf mich gestellt, konnten die gewonnenen Einsichten reifen. Neugierde und Lebensfreude ließen mich Ende 1999 zurückkehren ins weltliche Leben. Mit der Unterstützung und Autorisierung von Fred von Allmen, Ursula Flückiger und Stephen Batchelor begann ich im Jahre 2000 den Dharma zu vermitteln. Heute verbringe ich immer noch jährlich mehrere Wochen im Retreat. Den Rest der Zeit verbringe ich damit, den Dharma mit anderen zu teilen, sei es mit Meditationskursen, Vorträgen oder Beiträgen in Büchern und Magazinen. In meine Anweisungen fließen die Erkenntnisse westlicher Psychotherapie ein und 2005 legte ich die Prüfung zum HP für Psychotherapie ab.

Publikationen:

  • Mitarbeit am Buch "Buddhismus – Lehren, Praxis, Meditation", von Fred von Allmen, erschienen 2007 im Theseus Verlag
  • "Wie können wir Karma als hilfreiches Mittel verstehen", Beitrag zum Buch "Karma und Wiedergeburt", erschienen 2004 im Theseus-Verlag
  • "Inneren Frieden verwirklichen und froh durchs Leben gehen", Beitrag zum Buch "Flügel der Freiheit", erschienen 2002 im Arbor-Verlag
  • verschiedene Artikel in den "Lotusblättern" und in "Buddismus Aktuell", der Zeitschrift der DBU, z.B. "Vipassana-Meditation" (Lotusblätter, 3-2002)

Buch-Übersetzungen ins Deutsche:

  • Stephen Batchelor: "Bekenntnisse eines ungläubigen Buddhisten: Eine spirituelle Suche", Ludwig-Verlag, 2011
  • Lama Shenpen Hookham: "Beim Sterben geht es um mehr als den Tod", Theseus-Verlag, 2007
  • Stephen Batchelor: "Mit dem Bösen leben", Theseus-Verlag, 2005
  • Larry Rosenberg: "Mit jedem Atemzug", Arbor-Verlag, 2002
  • Jon Kabat-Zinn: "Stressbewältigung durch die Praxis der Achtsamkeit", Arbor-Verlag, 1999